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Sagen & Überlieferungen
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Legende zum Marktwappen von Pyhra:
Das
Wappen spielt in seiner Gestaltung auf die
ehemalige Besitzgeschichte des Ortes Pyhra
an. In der vorderen oberen Schildhälfte
zeigt es das Familienwappen der Herren von Wald,
die als älteste Besitzer der Herrenschaft
Wald und damit der Gemeinde Pyhra von ca.
1267 bis 1430 nachweisbar sind. Sie führen
als Untertanen des Hochstiftes Passau das
Wappen der Passauer Bischöfe, einen roten
Wolf im silbernen Felde. Die unter Schildhälfte
(im blauen Feld drei goldene nach links
sich neigende Ähren) soll dem Beschauer
die landwirtschaftliche Erwerbstätigkeit
der Bevölkerung darstellen. Die aus dem
Marktwappen abgeleiteten Farben der Marktfahne
sind "Weiß - Blau".
Pyhra`s Festtracht:
Schlicht
und einfach präsentiert sich unsere Tracht.
Von der Verarbeitung aber ist sie aufwendig
und wirkt anspruchsvoll. Vom Material her
ist das Leibchen aus Seide, der Rock aus
Wollkrobat und die Schürze wiederum aus
Seide. Farblich ist die Tracht, vom Leibchen
in mittelblau, dem Kittel in rot bis hin
zu den silbernen Knöpfen und der goldfarben
gestreiften Schürze, in den Gemeindefarben
gehalten.
Das versunkene Schloß beim Tiefenbacher Wald:
Auf dem Eichbüchel stand vor alter Zeit ein stolzes Schloß. Der Besitzer war ein gottloser Edelmann. In der Christnacht als die frommen Leute zur Christmette gingen, erschall aus dem Haus eine laute Musik. "Ehret lieber Gott und geht in die Kirche!" riefen die Kirchengeher in die Burg hinein. Als die Mettenbesucher wieder heimwärts gingen, war die Burg versunken. Eine tiefe Grube zeigt nun die Stelle an, wo einst die Burg stand.
Der Schimmel ohne Kopf:
Vor vielen Jahren ging eines Nachts ein Harlander Bauer von Pyhra heimwärts. Zu Beginn des Waldes verließ er den Schnablinger Feldweg, um den Wald zu durchqueren. Stockfinstere Nacht umfing ihn im Forst. Er mochte aber noch keine 200 Schritte darin gewandert sein, als er plötzlich einen Lichtschein gewahrte. Sein Schritt stockte. Um jenen Platz wurde es immer heller und ein rasch heftiger werdender Wind schüttelte die Baumwipfel. Plötzlich stieg aus einem Sumpfe ein mächtiger Körper auf, der blendendes weißes Licht verbreitete. Ein rießiger Tierleib schien es zu sein. Ein langer, dichter Roßschweif stand kerzengerade von dem Leib ab, dem der Kopf fehlte. Mit donnernden Hufen verließ das mächtige Ungetüm den Sumpf. Das Rießentier gallopierte an unserem zitternden Bäuerlein vorbei. Deutlich war nun der kopflose Schimmel zu sehen. Deswegen hörte man auch kein Schnauben, nur dröhnender Hufschlag und brausender Sturm schallte schauerlich durch den Wald. Aschfahl lehnte der Bauer am Stamme eines alten Baumes. Nach einer halben Stunde löste er sich vom Baume und langsam, immer jene Geisterstelle im Auge behaltend, schlich er auf dem gleichen Wege, auf dem er gekommen war, wieder aus dem Walde. Im Morgengrauen legte der Bauer erschöpft und abgehetzt in seinem Heimatdörflein an.