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Das versunkene Schloss im Walde von Schnabling

Vor vielen Jahren ging einst ein Harlander Bauer von Pyhra heimwärts. Zu Beginn des Rothartens, eines großen Waldes, verließ er, wie schon so oft, den Schnablinger Feldweg um den Wald zu durchqueren und so auf dem kürzesten Weg zu seinem Hof zu kommen.

Es war stockfinster zwischen den Bäumen. Er war aber kaum 200 Schritte gegangen, als er links, dort, wo er die sumpfige Stelle des versunkenen Schlosses zu erkennen glaubte, plötzlich einen Lichtschein sah.

Erschrocken blieb er stehen. In Richtung des Sumpfes wurde es immer heller und heller und ein heftiger Wind schüttelte die Baumwipfel, dass sie stöhnten. Seine Angst stieg, als er aus dem Sumpfe einen mächtigen Körper aufsteigen sah, der mit seinem blendenden Weiß Licht verbreitete.

Ein riesiger Tierleib schien es zu sein und doch wieder nicht. Ein langer, dichter Rossschweif stand kerzengerade vom Körper ab, dem der Kopf fehlte. Und nun hatte das gewaltige Ungetüm festen Boden unter den Beinen und verließ den Sumpf. Dumpf donnerten seine Hufe durch den erhellten Wald und übertönten sogar das Toben und Tosen des Sturmes. Das Riesentier kam in großem Bogen ganz knapp an unserem Bäuerlein vorbei. Deutlich war nun ein kopfloser Schimmel zu erkennen, deswegen war kein Schnauben zu hören, nur dröhnender Hufschlag und brausender Sturm schallten schauerlich durch den Wald.
Zitternd wie Espenlaub und blass lehnte der Bauer am Stamme eines alten Baumes, während es wieder dunkel und still wurde. Mehr als eine halbe Stunde ließ er verstreichen. Dann schlich er langsam, immer jene Geisterstelle im Auge behaltend, mit klopfenden Herzen aus dem Wald, zurück zum Schnablinger Feldweg.

Weil er einen großen Umweg um den Rotharten machte und den Weg über Schauching, Zuleithen und Altmannsdorf nahm, kam er erst im Morgengrauen erschöpft und abgehetzt in seinem Heimatdörfchen Harland an. Schon mancher hat den "Schimmel ohne Kopf" gesehen, doch so deutlich und genau keiner vorher und nachher.
Oft und oft hat dieser Harlander Bauer seine Kinder und Enkelkinder mit seinem Erlebnis das Fürchten gelehrt, es wurde immer weitererzählt und ist uns so erhalten geblieben.

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