• Foto des Pfarrgartens
  • Foto des Kindergartens
  • Panoramafoto von Pyhra
  • Foto des Betriebsgebietes von Pyhra
  • Foto des Sportplatzes des SC Schaubach Pyhra
  • Foto eines beschaulichen Feldweges
  • Foto des Gemeindeamtes

Eindrücke aus den Jahren von 1800 - 2000

1800 - 1945 Aufbruch in eine neue Zeit und zwei Weltkriege:

Wohltuende Ruhe zeichnen die folgenden Jahrzehnte aus. Der Friedhof, bis dahin um das Gotteshaus gelegen, wird auf den westlichen Ortsausgang verlegt. Am 13.11.1822 wird der erste Tote auf dem neuen Leichenhof bestattet. Erst 1862 schritt man an die Einfriedung des neuen Gottesackers. 1881 wurde der Platz um die Kirche von wuchernden Unkraut gesäubert und die Planierung des Kirchenplatzes in Angriff genommen. Im Jahre 1900, unter der Amtszeit des Bürgermeisters Dominik Funk, erhielt das Gotteshaus den neugotischen Hauptaltar. Das Jahr 1912 brachte noch eine große Eröffnungsfeier für den Ort Pyhra und die Umgebung. Die neue sechsklassige Volksschule konnte nach kaum einjähriger Bauzeit eröffnet werden. Diesem großen Ereignis waren Jahre härtesten Ringens im Gemeinderat vorausgegangen.

Der 1. Weltkrieg hinterließ dem Orte wie jeder Krieg deutliche Spuren. 104 junge Söhne und Väter sahen nach Jahren nach dem Ende des blutigen Ringens ihre Heimat Pyhra nicht mehr. 1922 wurde den Gefallenen zwischen Kirche und Schule ein Ehrenmal errichtet. Noch schlimmer waren die Folgen des zweiten großen Völkerringens im vorangegangen Jahrhundert. Im 2. Weltkrieg wurde die Kriegsfackel direkt in den Heimatort getragen. Am 14. April 1945 besetzten die Truppen der Sowjetunion den Markt. Was sich in darauffolgenden Wochen und Monaten ereignete, ist nur schwer wiederzugeben. Aus Aufzeichnungen des hiesigen Gendarmeriepostens geht eine erschütternde Bilanz hervor: 14 Raubüberfälle, 101 Plünderungen, wobei 441 Fahrräder, 86 Pferde, 524 Rinder und 573 Schweine und 1455 Hühner gestohlen wurden. Im August d. Jahres (1945) wurde zwar der Gendarmerieposten wieder besetzt, doch konnte den Überfällen nicht Einhalt geboten werden.

Im Probstwald, in dem sich ein Munitionslager der deutschen Wehrmacht befand, büßten nach Kriegsende 18 junge Menschen beim Sammeln des damals begehrten Rundmetalls ihr Leben ein. 145 Söhne des Ortes mussten in diesem entsetzlichen, unsinnigen Völkerringen ihr Leben lassen. Ihre Namen sind auf zusätzlich angebrachten Tafeln auf dem Krie gerdenkmal zu lesen. In den letzten Tagen dieses Krieges fielen im Marktbereich noch 10 Soldaten der deutschen Wehrmacht. Doch auch die Zivilbevölkerung hatte Verluste zu beklagen. Teilweise wurden diese Bedauernswerten von abziehenden Einheiten der Waffen-SS, teilweise von sowjetischen Soldaten erschossen bzw. verschleppt und kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. Nach und nach kehrten die Männer aus der Gefangenschaft heim. Schon 1947/48 begann man mit der Renovierung der Pfarrkirche. Eine Orgel wurde eingebaut. 9 Jahre später erfolgte eine vollständige Innen- und Außenerneuerung, neue Glocken wurden aufgezogen.

1945 - 2000

Am 20. September 1964 wurde dem Markt und den umliegenden Katastralgemeinden die neue Wasserversorgungsanlage übergeben. Die Wasserentnahme erfolgt seither aus dem Kanal der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung und einem Brunnenfeld in der Nähe der Katastralgemeinde Brunn. Am gleichen Tag überreichte der damalige Landeshauptmannstellvertreter Hirsch dem Bürgermeister Franz Hagenauer das von der NÖ. Landesregierung gewidmete Marktwappen.

Schon 1959 wurde mit dem Bau der Hauptschule begonnen. An das bestehende Volksschulgebäude wurden zwei Flügel angesetzt und das Dachgeschoss über dem 1. Stock für den Raum der Schulküche und Mädchen-Handarbeiten erweitert. Ende 1963 war dieser Hauptschulzubau beendet. Infolge der Eingemeindung von Wald und der damit verbundenen Änderung des Pflichtschulsprengels der Hauptschule ist die Schulraumnot, besonders für die Volksschule spürbar gewesen. Aus diesem Anlass wurde dann die Volksschule errichtet.

1972 wurde mit dem Bau einer Abwasserbeseitigungsanlage begonnen. Zuvor wurden die Abwässer lediglich in Senk- und Sickergruben geleitet. Es waren 300 Hausanschlüsse vorgesehen. Die Kosten wurden mit 10 Millionen Schilling veranschlagt.

Das Freibad Pyhra konnte 1973 eröffnet werden. Die offizielle Eröffnung des Bades nahm der Fremdenverkehrsreferent des Landes, LR Schneider, vor. Er lobte die Initiative der Gemeindeväter des 3000-Einwohner-Marktes. Die Segnung des Bades nahm Geistlicher Rat Pater Adalbert Lohrmann vor. Der Obmann des Fremdenverkehrsvereines, Müller, konnte zu dem Festakt Prominenz aus Politik, Kultur und Wirtschaft begrüßen.

Neues Fachschulgebäude am 9.12.1977 durch Landesrat Bierbaum übergeben. Der Neubau in Heuberg besticht durch seine Bauform (Oktogon) und bietet Platz für 120 Schüler. Bgm. Sailer sprach NR Karl Schmitzer, dem Initiator des Neubaues, seinen Dank aus. Für die Gestaltung der Feier sorgten eine Jagdhornbläsergruppe, der Schülerchor und einige Schüler, welche die über 60jährige Geschichte der Schule, gespickt mit Dias, Revue passieren ließen.

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste wurde am 7.9.1980 die Segnung des neuen Feuerwehrhauses in Pyhra vorgenommen. Eine große Menschenmenge nahm an diesem Festakt teil und bewies damit wieder einmal die Verbundenheit mit der Feuerwehr. Nach dem Vortrag von Festgedichten des Pyhringer Heimatdichters Hubmayer übergab Bürgermeister Johann Sailer die Schlüssel an Feuerwehrkommandanten Walter Wieser.

© 2017 - Marktgemeinde Pyhra